Trotz nachlassender Konjunktur blickt das Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen MAN optimistisch in die Zukunft. 2008 solle “wieder ein Rekordjahr” werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson am Dienstag in München. Bereits 2007 war das erfolgreichste Jahr in der 250-jährigen Unternehmensgeschichte.
Dem DAX-Unternehmen zufolge erhöhte sich der Umsatz 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich um 32,4 Prozent auf 1,225 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich.
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um etwa 72 Prozent auf 1,91 Milliarden Euro. Darin enthalten ist ein Sonderertrag in Höhe von 183 Millionen Euro. Die Umsatzrendite verbesserte sich von 8,5 auf 11,2 Prozent. Damit erreichte der Konzern nach eigenen Angaben erstmals eine zweistellige Umsatzrendite. MAN zufolge stiegen die Bestellungen 2007 um 17 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro.
Nach Angaben des Konzerns trugen alle Sparten zum Erfolg bei. Bei den Nutzfahrzeugen erhöhte sich der Umsatz um 20 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Der Absatz lag erstmals über 100 000 Fahrzeugen. Im laufenden Jahr sollen es 110 000 verkaufte Lkw werden. In diesen Bereich soll das bisher verlustreiche Bus-Geschäft künftig vollkommen integriert werden. Im Bereich Dieselmotoren erzielte MAN ein Umsatzplus von 21 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Die Produktionskapazitäten sollen ab Herbst dieses Jahres in China ausgebaut werden.
Für 2008 erwartet MAN nach eigenen Angaben aufgrund des hohen Auftragsbestandes und der langen Lieferzeiten einen Umsatzanstieg von fünf Prozent. Der Auftragseingang wird ähnlich hoch wie 2007 angenommen. Bei der Umsatzrendite setzt sich MAN neue Ziele. Angepeilt würden nun durchschnittlich 8,5 Prozent Umsatzrendite. “Wir gehen davon aus, dass wir mit der jetzt erreichten Flexibilität und der 2007 erreichten Ertragskraft diese Durchschnittsgröße von 8,5 absichern können”, ergänzte Samuelsson.
Samuelsson zufolge ist der Stimmrechtsanteil von MAN an Scania jetzt auf 17 Prozent gestiegen. Der Kapitalanteil blieb mit 13,25 Prozent gleich. Daran werde sich nichts ändern. Damit bleibe MAN nach VW und dem Investor AB drittgrößter Anteilseigner. Bezüglich der geplanten Lkw-Allianz plädierte der Vorstandsvorsitzende darauf, Geduld zu haben. Nur eine einvernehmliche Lösung sei sinnvoll. “Wir haben keinen Zeitdruck”, ergänzte er. Vorerst werde MAN auch keinen Platz im Scania-Aufsichtsrat anstreben. Ähnlich hatte sich bereits der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn geäußert. Er halte es für “nicht sehr klug”, wenn MAN sich um einen Platz bemühe.
Am Markt wurden die MAN-Zahlen zunächst von Händlern positiv bewertet. Der Ausblick des Unternehmens zeige keine Konjunkturdelle, hieß es. Nachdem die Papiere zur Eröffnung noch fester tendierten, gaben sie bis 14.15 Uhr deutlich nach und fielen um 5,3 Prozent auf 84,00 Euro. Analysten sprachen von Gewinnmitnahmen, die durch die Aussage verstärkt würden, dass MAN seinen Anteil an Scania nicht aufstocken will.
MAN ist nach eigenen Angaben eines der größten Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen in Europa. In diesem Jahr wird MAN 250 Jahre alt. Die Volkswagen AG ist zu fast 30 Prozent an dem Konzern beteiligt.
(ddp)