Beim Waschmittel- und Kosmetikkonzern Henkel sind Tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Durch ein weltweites Programm zur Steigerung der Effizienz könnte es zu einem Abbau von etwa 3000 Stellen kommen, teilte das im Börsenleitindex DAX notierte Unternehmen am Mittwoch mit. Unklar ist bislang, wie viele Stellen hierzulande betroffen sein könnten.
Das Programm gelte weltweit, es gebe keinen Schwerpunkt auf einen Unternehmensbereich oder eine Region. Es werde aus vielen Einzelprojekten in der ganzen Welt bestehen. Einzelheiten nannte Henkel nicht. Anlass für das Programm seien sich ändernde Marktbedingungen, vor allem das zunehmend härtere Wettbewerbsumfeld und der steigende Kostendruck. Für das Programm sollen im laufenden Jahr 500 Millionen Euro investiert werden. Ab 2011 sollen jährlich 150 Millionen Euro gespart werden. Ein ähnliches Programm hatte Henkel bereits im Herbst 2004 gestartet.
Wie Henkel weiter mitteilte, stieg der Konzernüberschuss im vergangenen Jahr gegenüber 2006 um 8,0 Prozent auf 941 Millionen Euro. Der Umsatz habe um 2,6 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro zugenommen. Beim betrieblichen Ergebnis (Ebit) sei ein Plus von 3,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro verzeichnet worden.
Für das laufende Jahr erwartet Henkel ein organisches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent. Beim Ebit rechnet der Konzern mit einem noch höheren Zuwachs. Allerdings berücksichtigt dieser Ausblick nach Angaben des Unternehmens nicht die Auswirkungen aus den geplanten Käufen zweier Bereiche des US-Konzerns National Starch. Im Gegenzug wolle sich Henkel von seiner Beteiligung an dem US-Unternehmen Ecolab ganz oder teilweise trennen. Umfang, Zeitpunkt sowie Art und Weise einer Veräußerung stünden derzeit noch nicht fest. An Ecolab ist Henkel mit 29,4 Prozent beteiligt.
Analysten bemängelten das organische Wachstum zum Ende des vergangenen Jahres. So hatte sich das Umsatzplus im vierten Quartal auf 3,8 Prozent nach 6,7 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres verringert. Positiv seien jedoch der geplante Verkauf von Ecolab und das Programm zur Verbesserung der Effizienz. Der Kurs der Henkel-Vorzugsaktie stieg bis 14.00 Uhr um 2,6 Prozent auf 31,35 Euro. Im vergangenen Jahr war die Aktie mit einem Plus von 3,4 Prozent gegenüber 2006 weit hinter dem DAX insgesamt zurückgeblieben, der um rund 22 Prozent zugelegt hatte. Das Papier hatte 2005 und 2006 allerdings auch um jeweils mehr als 30 Prozent gewonnen.
(ddp)